Der erste Urlaub zu dritt

Wir haben ein echtes Abenteuer hinter uns – mit oder ohne Happy End, das dürft ihr euch aussuchen. Aber von vorne.

Wir haben uns getraut, unseren ersten Urlaub zu dritt anzutreten. Es sollte keine große Reise werden, da mein Mann und ich aber leidenschaftliche Camper sind und es im Urlaub lieber einfach und individuell mögen als luxuriös und durchgeplant, haben wir es gleich mit einem Wohnmobilurlaub probiert. Ein kleiner, eigentlich Zwei-Mann-Camper hat ausgereicht, da wir Johanna einfach in der Kinderwagentasche schlafen lassen wollten. Darin hat sie auch bei der Oma schon mehrere Nächte verbracht, was sehr gut geklappt hat. Ziel war die Sächsische Schweiz, da wir gerne Wandern.

Gesagt, getan. Für eine knappe Woche haben wir alles eingepackt – vor allem natürlich Windeln und Wechselklamotten für die Kleine. Sonst braucht sie ja noch nichts, also Spielzeug oder Gläschen etc. Das ist ja das Schöne, wenn der Nachwuchs noch so klein ist und man stillt. Deshalb hatten wir uns das Ganze auch relativ unkompliziert vorgestellt. Das war es dann leider irgendwie doch nicht.

Die Anfahrt war noch kein Problem, im Maxi Cosi hat sie gut geschlafen, in den Stillpausen gut getrunken. Wunderbar. Als wir ankamen, hat es geschüttet wie aus Eimern und es war kalt… Naja. Johanna schön eingemummelt in den Kinderwagen, Regenhaut drüber. Für uns gab’s Anoraks und Schirm. So sind wir am ersten Abend losgezogen. Das hat alles gut funktioniert – wie auch an den folgenden Tagen. Egal ob Tragetuch- oder Kinderwagenwanderung, ob Regen oder Sonnenschein: Unsere Kleine hat alles mitgemacht, obwohl es relativ kalt war. Meistens hat sie geschlafen, während wir die Landschaft erkundet haben.

Problematisch wurde es allerdings an den Abenden. Sie wollte nämlich partout nicht einschlafen. Ob das jetzt an der ungewohnten Umgebung lag, an zu viel Schlaf tagsüber oder an den bescheidenen Temperaturen (wir mussten sie zum Schlafen im Wohnmobil immer ziemlich einpacken, was sie natürlich so nicht gewöhnt ist) – wir wissen es nicht. Zu Hause tragen wir sie immer eine Zeit lang durch die Wohnung, wenn sie nicht schlafen will – das ging jetzt natürlich schlecht. Sobald man eine Runde über den Zeltplatz drehen wollte, musste man sie noch dicker einpacken und hinterher wieder aus. Dann war sie wieder wach und hat gebrüllt. Die einzige Möglichkeit war, mit ihr gemeinsam zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett zu gehen und sie an der Brust einschlafen zu lassen. Auch nachts ist sie oft aufgewacht, hat geweint und sich nur mit der Brust wieder beruhigen lassen. Ich habe sie dann einfach neben mich gelegt, damit ich nicht ständig aufstehen musste – zumal sie in der Kinderwagentasche ohnehin nicht schlafen wollte. Die Nächte waren trotzdem relativ anstrengend – meist waren sie auch gegen 6 Uhr wieder vorbei – weshalb wir den Urlaub auch etwas eher abgebrochen haben, als geplant.

Aber immerhin: Wir haben es probiert und herausgefunden, dass Johanna durchaus outdoor-tauglich ist. Und ans Wohnmobil wird sie sich schon auch noch gewöhnen! Es könnte allerdings sein, dass wir durch unsere Tochter jetzt erstmal zu Schön-Wetter-Campern werden… ;-)

Eure Karina

Der erste Urlaub zu dritt was last modified: September 2nd, 2015 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG