Ein ganz neues Fahrgefühl

So ein Kind verändert einen, ganz klar. Ganz gut deutlich wird das derzeit bei unserem Fahrverhalten. Nicht im Auto, da sind wir beide schon immer eher gemütliche, unaufgeregte Fahrer. Nein, ich spreche vom Fahrrad. Ich war zwar auch damit nie so extrem schnell unterwegs, aber zugegeben nicht immer nach Vorschrift, was „kirsch-gelbe“ Ampeln oder die richtige Straßenseite angeht… Seit wir uns aber einen Fahrradanhänger zugelegt haben, in dem wir Johanna jetzt überall hin mitnehmen, hat sich das drastisch geändert! Da werden keine hohen Bordsteine mehr runtergedonnert, keine riskanten Überholmanöver mehr gestartet und keine dunkelorangenen Ampeln mehr überfahren. Selbst mein Mann, der normalerweise doch recht rasant fährt und sich noch weniger um Ver- und Gebote schert, ist zu einem braven Verkehrsteilnehmer geworden.

Und all das hat sich nicht nach und nach entwickelt, sondern kam schlagartig mit dem Fahrradanhänger und seinem Passagier. Plötzlich ist da jemand dabei, für den man die Verantwortung trägt und der einem viel wichtiger ist, als es die eigene Sicherheit je war. Außerdem fühlt sich das Fahren mit dem Ding auch tatsächlich ganz anders an: Man hat einen viel größeren Wendekreis, ist breiter und schwerer.

Damit nicht genug haben wir uns auch beide inzwischen einen Fahrradhelm zugelegt. Auf einmal sind eine zerdrückte Frisur oder verschwitzte Haare zweitrangig – wenn man in die andere Waagschale legt, dass im Ernstfall mit Helm doch zumindest das wichtigste Organ geschützt ist. Das wäre zwar auch ohne Kind schon keine schlechte Idee gewesen, zumal wir das Rad fast täglich nutzen. Aber scheinbar nimmt man solche Gefahren erst dann richtig ernst, wenn man nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich ist. Wenn mir etwas passiert, betrifft das zuallererst auch mein Kind – ein Risiko, das ich möglichst minimieren will.

So sehen wir bei Ausflügen oder auch nur beim gemeinsamen Einkauf aus wie die Standardspießer jeder Fahrradstadt: Jeder mit Helm, Kind brav angeschnallt im Anhänger mit hässlichem neonroten Fähnchen… Hätte ich mir so ehrlich gesagt nie träumen lassen. Aber Sicherheit geht vor und dafür bin ich auch gerne spießig. :-)

Eure Karina

Ein ganz neues Fahrgefühl was last modified: Juli 7th, 2017 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG