Einfach glücklich!

Als erstes hatte ich in dieser anstrengenden, aber unglaublich schönen Woche Besuch von zwei Freundinnen aus meiner Ausbildungszeit. Beide wohnen nicht allzu weit weg, aber man kennt es: Wie oft nimmt man sich die Zeit, um sich mal zu besuchen? Zum Abendessen zauberte ich eine – sorry, so muss ich es sagen – unglaublich gute Lasagne, die allen schmeckte. Nicht nur mir, dem Fressmonster. Ich hatte einen wunderschönen Abend, und wir sprachen wie immer über „alte“ Zeiten und auch darüber, wie es jetzt so läuft. Ich muss sagen, mit den richtigen Leuten zu quatschen und von sich zu berichten tut unglaublich gut. Vor allem, mal auszusprechen, wie gut es einem geht. Wie glücklich man ist. Es auszusprechen macht es gleich ein wenig realer und man macht es sich mal bewusst. Wir hörten alte Musik, denn unsere liebe Angi ist der beste DJ, wenn es darum geht, verschollene Lieder herauszukramen, die einen an ganz bestimmte Zeiten erinnern. Auf meiner Rücksitzbank im Auto mit 2 verrückten Mädels kam ich mir wieder vor wie 16 und genoss einfach das Jetzt. Gerade jetzt, wo das Abschalten nicht so leicht ist wie es früher mal war.

UltraschallAuch meine lieben Freundinnen durften Baby-Leo professionell beschallen und begutachten. Allerdings wird das jetzt immer schwieriger, da es mittlerweile so groß ist, dass man nur noch schwer richtig schöne Bilder zustande bekommt. Außerdem werde ich nach wie vor munter gekickt und getreten, wenn die Schallwellen meinen kleinen Turner wecken. Ich muss schon sagen, manches Mal kann das richtig unangenehm werden.
Zum extra bestellten 3D-Ultraschall lud ich meine Mutter ein, die ich leider nicht ganz so oft sehen kann. Und so versuchten wir, ein hübsches Bildchen zu erstellen, mit dem sie dann fleißig vor meinen Schwestern und dem Rest der Familie angeben konnte. Allerdings benötigt man dazu genug Fruchtwasser um den Kopfbereich, und da unser Schatz generell, also wirklich immer seinen Kopf mit der Hand oder dem ganzen Arm bedeckt, war uns das kein Leichtes. Allerdings bekamen wir dann ein halbes, zufrieden wirkendes Gesicht mit einem wunderschönen Arm davor ausgedruckt, und jeder bekam einen Auszug. Mein Kommentar über die zerdrückte, komisch wirkende Nase wurde von der Ärztin nur belächelt und vom Kind mit einem Tritt ins Becken bestraft. Beim nächsten Termin in einem Monat werden wir also nochmals versuchen, einen freien Blick aufs Gesichtchen zu erhaschen, wobei ich mir da keine großen Hoffnungen mache.

fahrschulePünktlich zum Wochenende hatten wir gutes Wetter und konnten so zur Motorradshow in die Nachbarschaft fahren, zu der jährlich tausende Motorradfahrer von überall her erscheinen, um die berühmte Sternfahrt miterleben zu können. Ich für meinen Teil war ganz beeindruckt von all den Essensständen und den leckeren Crêpes, von denen ich mir gleich 2 gönnte. Selbstverständlich mit Nutella. Mit viel Nutella. Meinem Daniel nahm ich das Versprechen ab, mich noch ein einziges Mal auf dem Motorrad mitzunehmen, in der Hoffnung, dass es an diesem Tag sein könnte. Allerdings war ihm das zu gefährlich, und so wird es nun auf eine Runde durchs Dorf hinauslaufen. Wie verantwortungslos ich doch wieder bin. Aber dafür habe ich ja den besorgten Paps.

kissenMeine letzten Stunden Krankengymnastik neigen sich langsam dem Ende zu, und auch meine Physiotherapeutin, die 10 Wochen weiter ist als ich, erwartet bald ihr Kind. Mit Massagen und den Tapes habe ich wirklich keine Rückenschmerzen mehr und mir geht es besser denn je. Während sich diese Art von Zeitvertreib dem Ende zuneigt, hat sich ein neuer wöchentlicher Termin in meinen Kalender geschlichen. Das Schwangerschafts-Yoga hat begonnen. Für meine Beckenbodenmuskulatur und aus anderen, mir bisher unerfindlichen Gründen, haben mich meine Hebamme und Daniel förmlich zur Anmeldung gezwungen, und nun hatte ich schon meine ersten Stunden dort. – Hm, wie beschreibe ich euch das jetzt? Mit rund 10 anderen, ach so schwangeren entspannten Frauen, von denen ich fast am weitesten bin, sitze ich also auf meiner Yogamatte. Mit Kissen und Sitzsäcken, alles für eine bequeme Lagerung und eine gute Atmosphäre. Bequem muss es sein und angenehm. Die wichtigsten Dinge, wie ich mir habe sagen lassen. Ich persönlich finde es immer so bequem, dass ich in einer Tour am Gähnen bin. Ziemlich peinlich, ehrlich gesagt. Die Übungen sind eher weniger streng und ziemlich leicht auszuführen. Allerdings muss man sich trotz allem konzentrieren und auf seine Atmung achten. Alle Frauen bewegen sich also grazil, langsam und entspannt, während ich eher wie ein Trampeltier versuche, mein Gleichgewicht zu halten und schielend bei den anderen abgucke, wie es aussehen soll. Während alle langsam ihren Arm vor dem Kopf sinken lassen, fällt meiner herunter wie ein nasser Sack. Wenn alle ihr Bein ausstrecken und dehnen, ist meines noch gebeugt – aber immerhin schon gedehnt. Ich glaube, ich habe verkürzte Sehnen, ich armer Mensch. ;)

Wenn alle eine Haltung einnehmen und „ihre Atmung von außen beobachten, ohne sie zu beeinflussen“, konzentriere ich mich nur darauf, nicht zu pupsen. Am Ende der Stunde wird sich bequem hingelegt und eine Art Körperwanderung gemacht. Um sich und seinen Körper zu spüren, Kontakt zum Kind aufzunehmen und zu entspannen. Bei mir ist es eher so, dass ich spüre, was alles gerade unangenehm ist, darüber nachdenke, ob mein Parkticket wohl ausreicht und letztendlich eindöse. Dann habe ich allerdings nicht daran gedacht, mein Becken zu spüren und meine Knöchel. Auch nicht meine Schultergelenke. Moment, wie spürt man die überhaupt, ohne sie zu berühren? Nach eineinhalb Stunden ist alles vorbei und ich darf nach Hause gehen. Das ist immer super, denn da wartet dann ein lieber Daniel mit Abendessen auf mich. Versteht mich jetzt nicht falsch. Die Yogalehrerin und alle Teilnehmerinnen sind unglaublich nett, und die Idee ist sicher eine gute. Allerdings bin ich offenbar einfach nicht der Mensch, der gut abschalten kann mittels solcher Übungen. Zu meiner Ungeduld und meinem trampeligen Auftreten kommen dann immer all meine Gedanken und die Unruhe. Offenbar ist Yoga einfach nichts für mich. Allerdings werde ich es nicht abbrechen, sondern es durchziehen, wer weiß, vielleicht bin ich am Ende ein Zen-Master und konnte noch einiges dazulernen.

Nachdem ich herausgefunden habe, dass viele meiner fernen Bekannten, mit denen ich oft gar nicht viel zu tun habe, diesen Blog lesen, muss ich ja fast ein wenig vorsichtiger sein, was ich alles schreibe. Mir war die Reichweite bisher gar nicht so bekannt. Nicht, dass ich zu Peinliches erzähle. ;)

Jetzt gibt es erst einmal Frühstück, der kleine Rabauke in mir verlangt sein Mahl.

Liebe Grüße von der Yoga-Braut und dem Turn-Talent

Einfach glücklich! was last modified: Juli 7th, 2017 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG