Selbst ist die Frau – äh, Mama

Wie ich euch letzte Woche berichtet hatte, ist die starke Übelkeit endlich verschwunden und wurde durch Rückenschmerzen ersetzt. Aufgrund dessen hatte ich von meinem Hausarzt Krankengymnastik verschrieben bekommen. „Super!“, dachte ich mir da, „endlich jemand, der mir mal erzählt, dass ich unsportlich bin und eine falsche Haltung habe.“ Doch als ich das erste Mal in die Praxis spazierte, natürlich nachdem ich 3 Male meinen Termin erfragen musste (blöde Schwangerschaftsdemenz), fühlte ich mich sofort total wohl. Es roch unglaublich angenehm, strahlte eine entspannte Atmosphäre aus und Mona, meine liebe Physiotherapeutin, ist, so wie alle um mich herum, auch schwanger. Und so hatten wir bei jedem Termin genug Themen und Gesprächsstoff um 3 Termine zu füllen. Zu meinem Leidwesen dauerten die einzelnen Behandlungen nur jeweils 20 Minuten. Zu meinem Glück gab es mehr Massagen als Übungen. Ab der Hälfte unserer Treffen fing Mona an, mir den Rücken zu tapen. Für all die, die nicht wissen, wie so etwas funktioniert (auch ich alter Schulmediziner war am Anfang eher skeptisch): Die Tapes werden nach dem Verlauf der Muskeln am Ort der Verspannung oder der Beschwerden angebracht und massieren bei jeder Bewegung den geschundenen Muskel. Ich hatte wirklich bei jeder Bewegung entweder Schmerzen unter dem Schulterblatt oder sogar bis nach vorne in die Brust. Das wünsche ich keinem. Wie dem auch sei, sofort nachdem ich diese wunderschöne Körperkunst auf dem Rücken kleben hatte, spürte ich wirklich gar nichts mehr davon. Erst wieder, nachdem ich es nach 5–10 Tagen abgelöst hatte. Kaum zu glauben, aber ganz ohne Medikamente (und Sport, aber pscht!) geht es offenbar auch.

Blog-03_03Belohnen muss man sich aber ja auch und so freuen Daniel und ich uns jedes Mal sehr auf die Arzttermine und die – meistens – stattfindenden Ultraschalle. Genau das stört aber auch. Meistens. Nicht immer. Ich würde allerdings gerne immer „Kontakt“ zu unserem Kleinen aufnehmen. Und da ich kein Ultraschall-Abo für viel Geld abschließen möchte, kam es, dass wir angefangen haben, monatlich selbst ein Ultraschall zu machen. Der Job und die Connections erlauben uns das ab und zu. Es ist schon etwas ganz Besonderes, selbst in der Lage zu sein, sein Kind zu sehen, während kein anderer dabei ist und du es einfach ganz für dich hast.

Blog-03_02Allerdings wollen wir niemandes Gutmütigkeit ausnutzen und auch uns die Spannung noch wahren und deshalb beschränken wir uns auf alle 4 Wochen. Gar nicht so leicht, sag ich euch. Das ist wie die Schokolade, die im Schrank liegt und unbedingt gegessen werden will. Auch das hat bei mir jetzt begonnen. Ich bin nicht mehr so ganz vorbildlich und esse gerne und auch in normalen Mengen. Trotzdem liebe ich aber auch immer noch Salat und könnte mich im Obstregal von Edeka wälzen. Leonie – Sie liebt Lebensmittel. (Läuft das nun unter Schleichwerbung?) So kam es, dass ich am Wochenende mit Freunden beim Griechen essen war und den Vorspeisensalat des gesamten Tisches verputzte. 5x Zwiebeln – ihr lieben Mit-Schwangeren, TUT DAS NICHT. Kurz darauf glich mein gesamter Körper einem Ballon, so aufgebläht war ich … und ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für Bauchschmerzen waren. Nun kann ich über mein Unwissen (oder nennen wir es einfach Ignoranz dessen, was andere mir täglich raten) auch lachen. Aber Vergnügen war das keines. Da hat nicht mal eine Bauchmassage etwas geholfen. Bisher war einölen oder cremen des Bauches immer Daniels Aufgabe, aber da er das immer vergisst (oder nur daran denkt, wenn er kalte Hände hat oder ich nur noch will, dass er mich in den Arm nimmt, damit ich schlafen kann), ist das nun zu meiner morgendlichen Routine geworden. Ich glaube zwar nicht so recht daran, dass man die Veranlagung für Dehnungsstreifen damit vergraulen und fernhalten kann, aber schaden tut es sicher nicht – und wer liebt bitte nicht den Geruch von tollem Öl oder Lotion? Jetzt muss ich mal ganz schnell in die Küche laufen und die frisch gekauften Krokant-Schoko-Ostereier probieren, bevor diese noch schlecht werden. Das wäre eine Schande.

Grüße vom gefräßigen Wunder und seiner Mama

Eure Leo

Selbst ist die Frau – äh, Mama was last modified: Juli 7th, 2017 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG