Gut für Mutter und Kind…

Es ist das natürlichste der Welt – und will trotzdem gelernt sein: Stillen. Direkt nach der Entbindung war es echt toll, den kleinen Wurm zum ersten Mal an der Brust zu haben. Das innige Gefühl der Verbundenheit und Liebe und das Bewusstsein, dass ich Johanna mit meiner Milch komplett ernähren kann, waren überwältigend.

Nach der ersten Nacht sind diese schönen Empfindungen leider erst einmal Schmerzen gewichen: Die Brustwarzen waren wund bis blutig von der ungewohnten Belastung – und vom falschen Anlegen. Zwar wusste ich in der Theorie, wie man ein Baby so an die Brust anlegt, dass diese heil bleibt. Zudem haben mir die Hebammen im Krankenhaus die wichtigsten Stillpositionen gezeigt und waren mir immer wieder behilflich beim Ausprobieren derselben. Trotzdem ist das alles nicht so einfach. Das Baby muss möglichst viel vom Warzenhof im Mund haben, bevor es sich festsaugt, es darf nicht nur an der eigentlichen Brustwarze nuckeln. Aber es ist schwierig, genau den Moment abzupassen, wenn es seinen Mund weit aufreißt. Denn hungrig und gierig wie das kleine Wesen ist, wird da geschafft und gesucht und gesaugt, was das Zeug hält, um endlich an die Milch zu kommen. Von der Geburt noch erschöpft und als frisch gebackene Mutter unerfahren haben wir das dann einige Male falsch gemacht – was zu meinen Beschwerden geführt hat.

Bevor ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, habe ich daher ein Stillhütchen bekommen. Wie ich euch schon berichtet habe, hat das echt geholfen, führte aber auch zum Marathontrinken meiner Tochter. Mit Hilfe meiner Nachsorgehebamme habe ich die Stillpositionen dann noch einmal geübt und konnte das Hütchen zum Glück bald weglassen.

Inzwischen sind meine Brustwarzen abgehärtet. Es macht mir nicht mehr so viel, wenn die Kleine beim Trinken auch mal zappelt oder loslässt und sich wieder ansaugt. Allerdings haben wir nach wie vor nicht die beste Technik, weshalb ich nicht komplett schmerzfrei bin. Keine Ahnung, ob da jetzt noch was zu retten ist… Ich werde auf jeden Fall weiter versuchen, ihr beizubringen, den Mund weit aufzumachen, bevor es etwas gibt – das Problem ist nur, dass sie es ganz gut drauf hat, einen Teil des Gewebes im Mund wieder loszulassen, auch wenn es mal geklappt hat…

Naja, so oder so will ich mindestens ein halbes Jahr voll stillen und danach noch weiter machen, bis sie eins Jahr alt ist oder so – wenn sie so lange möchte. Denn Stillen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme für Babys. Sie fühlen sich an der Brust der Mutter geborgen, das Saugen und Nuckeln bereitet ihnen große Lust. Außerdem ist Muttermilch das Beste, was man ihnen geben kann, sie beinhaltet alles, was sie brauchen. Auch für mich gibt es Vorteile wie eine bessere Rückbildung oder ein laut Studien geringeres Diabetes- und Brustkrebsrisiko. Und nicht zuletzt: Stillen hilft tatsächlich beim Abnehmen :-)

Ich kann also jeder nur dazu raten – auch wenn es nicht so einfach ist, wie es aussehen mag.

Eure Karina

Gut für Mutter und Kind… was last modified: September 2nd, 2015 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG