Überall Blumen!

Wieder eine Woche gefüllt mit Stress, aber dieses Mal bin ich völlig unschuldig. Im Rahmen meiner Ausbildung zum Rettungsassistenten, die ich durch meinen zuvor erlernten Beruf verkürzt besuchen darf, hatte ich eine ganze Woche Schule. Ich musste also täglich zwei Stunden pendeln und einen ganzen Tag voller Fallbeispiele und Theorie über mich ergehen lassen. Auf dem Boden liegend, als halb toter Patient oder reanimierend auf dem Boden kniend, verausgabte ich mich ganz schön. Allerdings achteten all meine fürsorglichen Ausbildungskollegen penibel darauf, dass ich mich selbst nicht überforderte. Um ehrlich zu sein, hätte ich es mir leichter vorgestellt und nicht gedacht, dass mich so ein relativ kleiner Bauch so sehr einschränken würde. Eine meiner Mitschülerinnen von weiter weg hauste die Woche über in unserem Kinderzimmer, und es war schön, nicht alleine fahren zu müssen.

DeckeAllerdings blieb auch nach den langen Schultagen nicht viel Zeit zum Entspannen, da wir zum Vatertag und zur nachträglichen Geburtstagsfeier meiner Mama eingeladen waren. Fleißig unterstützt hat mich auch unser kleiner Racker, der mir mit einem gezielten Tritt in die Leber, das Zwerchfell oder die Blase stets mitteilte, dass er auch noch da war. Manchmal komme ich da mittlerweile schon ganz schön aus der Puste. Deshalb muss ich die Treppe in den 2. Stock nun schon verhältnismäßig langsam hinaufsteigen und bin für Lotte ja sowieso schon lange zu langsam und langweilig. Die Wäsche lasse ich mir wahlweise von meinem lieben Nachbarn oder Daniel hochtragen, denn sonst würde ich wahrscheinlich kollabieren. Zum ersten Mal seit ich schwanger bin, hatte ich an einem Tag vergessen, genug zu trinken, und so ging es mir richtig dreckig und konnte ich den ganzen Abend auf der Couch verbringen, zusammen mit meinem schlechten Kreislauf. Langsam fangen meine Finger auch an ein bisschen anzuschwellen, und meine Ringe hinterlassen Abdrücke, die nicht wirklich hübsch sind.

Leonie_HundDass ich aber kein bisschen besonders bin und mich mit meinen Wehwehchen und Symptomen keinesfalls von anderen Schwangeren unterscheide, erfahre ich wöchentlich durch Daniel, der es sich nicht nehmen lässt, mir vorzulesen, wie das Kind sich entwickelt. Was mein Körper macht und benötigt und welche Symptome mir bevorstehen. Und generell wiederfahren mir genau diese Dinge immer um den Tag der „Lesestunde“ herum. Am Freitag war wieder Wochenwechsel, und somit gab es neue Informationen: „Ihre Frau ist nun in der 28. Woche schwanger…“. Und die Nacht nach der Vorhersage ging es los mit den angekündigten Wadenkrämpfen. Ca. sieben Krämpfe hielten mich die Nacht über wach, und noch immer habe ich Muskelkater in den Beinen, als hätte ich die ganze Woche im Fitnessstudio verbracht.

Jetzt begebe ich mich also schnellstens auf die Suche nach Magnesium. Auch die angekündigten Rückenschmerzen habe ich schon seit einer Weile. Daniels Mama brachte mich auf die Idee, dass es vielleicht mein Ischias sein könnte. Witzig eigentlich, ich hatte schon so viele Patienten, die diesen Schmerz angaben, aber an mir selbst kann ich ihn nicht erkennen. Nun ja, es ändert ja jetzt nichts an der Tatsache, dass es weh tut, und deshalb kümmere ich mich nicht wirklich darum, ob es jetzt der Ischias ist oder Rücken- oder Beckenschmerzen. Es wird schon wieder vorübergehen.

Außerdem sind all das tolle Möglichkeiten, mich vor der Hausarbeit zu drücken und mich anderen Dingen zu widmen. Zum Beispiel habe ich eine Liste angefertigt mit Dingen, die wir noch benötigen. Allerdings haben wir mit den geliehenen Dingen von Freunden und Verwandten, den selbst angeschafften Sachen und der kürzlich von mir abgesandten Bestellung an Alvi schon fast alles abgedeckt. Nun muss nur noch das Kinderzimmer kommen und aufgebaut werden, dann nimmt es auch endlich Form an und wir können uns bequem zurücklehnen und die letzten zwölf Wochen „genießen“.

Leonie_WieseEnorm gut tut es mir, draußen zu sein. Ich hatte nie etwas übrig für Blumen oder sonstiges, aber durch meinen Hormonüberschuss fällt mir überall etwas auf, das ich schön finden kann. Egal ob es ein grüner Baum oder eine Blumenwiese ist. Mittlerweile pflücke ich sogar Blumen. So etwas hatte ich zuvor nie getan. Eigenartig, aber Lotte gefällt es. Was ich im Moment noch sehr genieße, ist das gute Wetter ohne große Hitze. Es ist einfach angenehm. Und anders als die meisten Schwangeren habe ich (noch) keine Hitzewallungen. Ich bin noch immer so verfroren wie davor. Somit ist dieser Frühling perfekt für mich und das kleine Monster in meinem Bauch, das seit Neuestem von meiner kleinen Schwester Tiffany genannt wird. Armes Kleines, falls es ein Junge wird.

Liebe Grüße von uns und bis nächste Woche

Überall Blumen! was last modified: Juli 7th, 2017 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG