Von der kritischen Zeit

Die 12. Woche haben wir geschafft! Das heißt, die „kritische Zeit“ ist überstanden. Natürlich gibt es immer ein gewisses Risiko, das sollte man nicht vergessen. Bei dem letzten Arztbesuch hat sich herausgestellt, dass das Baby, das nun schon Form annimmt – für mich wie eine Aubergine – aber das liegt wohl an meiner Fantasie, ein paar Tage größer ist als vermutet. So sind wir tatsächlich schon in der 13. Woche der Schwangerschaft angelangt.

Darf ich ganz ehrlich sein? Wie man das nun genau rechnet, bleibt mir ein Rätsel. Das kann man mir noch 10-mal erklären und ich werde es nicht wirklich verstehen können. So verlasse ich mich auf meinen Arzt. Und der meint, dass alles super ist! Und das Würmchen entwickelt sich ganz so, wie es sein soll.

Ich wurde die ersten 13 Wochen jetzt wirklich verschont mit Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder Gelüsten, aber in dieser Woche war ich durchgehend reizbar und schlecht gelaunt. Im Nachhinein schiebe ich es gern auf die Hormone, was ja nicht unbegründet ist. Auto fahren zum Beispiel war für mich immer schon Aggressionsaufbau-Programm und ich bin der typische Motzer! Aber jetzt bin ich der Ultra-Motzer. Alles was sich zu sehr bemerkbar macht in meinem Umfeld wird kommentiert und kritisiert. Wehe mein Beifahrer atmet zu laut! Oder die Omi vor mir dürfte eigentlich schon gar nicht mehr Autofahren so, wie die ihr Getriebe quält. Alles und jeder nervt mich. Kommt mir jemand mit nett oder witzig gemeinten Klischees, ist es aus. Ich kann es in dieser Woche einfach nicht hören ob ich seltsame Dinge esse oder ob ich denn ständig pinkeln muss. Hilfe!

Ich muss aber auch sagen, dass sich gerade jetzt mein Umfeld keine Mühe gibt, es besser zu machen. Umso mehr Leute es wissen umso weniger richtige Freunde machen sich bemerkbar. Ich darf mir anhören, dass mein Leben jetzt perfekt ist und das keiner hören will, wie ich über Babys rede. Dass Steve mich aus meinem Loch (an das ich mich gar nicht erinnern kann) geholt hat und ich daher nur nicht schlau daher reden soll, wie Liebe alles gut machen kann. Auch wird mir gesagt, dass ich mich mit der schnellen Familien- und Hochzeitsplanung nur wichtig machen möchte.

Durch Gespräche mit anderen Schwangeren oder sich in der Familienplanung Befindlichen habe ich noch ein kritisches Thema erfahren: Ex-Partner. Es ist für jede vorangegangene und gescheiterte Beziehung für den Ex-Partner schwer zu hören oder zu verstehen, dass da einiges vorwärts geht und gut läuft. Mir haben Frauen von „Zurückeroberungsversuchen“ ihrer Exfreunde erzählt, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Auch wir haben Erfahrung damit gesammelt, dass es durchaus Thema werden kann. Klar gibt es auch freundschaftlich getrennte Beziehungen, in denen man sich für den anderen freut, aber das wäre hier ja eher wenig erwähnenswert. Details möchte ich jetzt keine ausgraben, aber ich möchte es gerne kurz aufgreifen, weil es für eine Beziehung auch Stress bedeutet, wenn viel Einfluss von außen kommt. Und Stress ist weder für die werdenden Eltern noch für das werdende Menschlein gut. Wenn ich hier einen Tipp geben darf, dann ist es der, dass es sehr wichtig ist darüber zu reden. Macht kein zu großes Thema daraus aber redet offen miteinander und schafft so seltsame Eindrücke oder Gefühle aus der Welt. Die kleinen Dämonen, die man allgemein auch als Hormone bezeichnet, machen es einem nicht einfach. Aber es ist sehr wichtig zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann und allen äußeren Einflüssen trotzen kann. Die Leute, die wichtig und gut für euch sind, werden euch da helfen auch wenn man es manchmal erst spät bemerkt.

Das Gute – ja es hat auch was Gutes!- ist, dass ich die Freunde, die nun um mich herum sind, wirklich zu schätzen weiß. Es sind tolle Menschen, die auch die Motz-Mau lieben und mit mir über auberginenförmige Lebewesen in meinem Bauch reden möchten. Und das sogar von sich aus.

Durch diesen Blog hier haben mich schon viele tolle Menschen erreicht, die mögen, was da vor sich geht und es unglaublich toll finden! Genau wie ich selbst. Und das ist es, was selbst die Motzkuh in mir besänftigt. Hierfür bin ich sehr dankbar und die Stressteufel um mich herum werden sehr schnell sehr klein und ich bin froh auch erst einmal wieder gute Laune zu haben.

Liebes Baby, ich freu mich auf dich und ich und dein Papa werden nie alles Schlechte von dir fernhalten können, aber wir tun alles dafür dir beizubringen, wie du damit umgehen kannst und dir zu zeigen, dass wir nicht nur dich über alles lieben, sondern auch um dich herum so viel Liebe herrscht! Wir werden versuchen dir beizubringen dich selbst mit all deinen Macken zu lieben. Denn das ist es, was wichtig ist – in jeder Situation in deinem Leben: Vertrau dir und glaub an dich. Du hast allen Grund dazu!

Viel Liebe aus der Motzecke ;)

Mau

Von der kritischen Zeit was last modified: Juli 7th, 2017 by ALVI – Alfred Viehhofer GmbH & Co. KG